Mein Mann war immer eine Frohnatur. Er konnte eine ganze Gesellschaft unterhalten. Er war immer ein liebevoller und aufmerksamer Ehemann und Vater. Bis er heut auf morgen schwer erkrankte. Nur ein Arzt hatten wir zu verdanken, dass mein Mann heute noch am leben ist. Es ging schief was nur schief gehen konnte.

Erst die Angst, ob er die vier stündige Operation überstehen würde. Dann die misserabble Pflege. Ich fuhr jeden Tag zu meinem Mann hin, um ihn zu waschen und ihm aufzubauen. Bis er hohes Fieber bekam, aber keiner im Krankenhaus reagierte. Bis es lebensbedrohlich wurde, so musste mein Mann nochmals operiert werden.

Ich war einen Nervenzusammenbruch nahe, aber meine Kinder gaben mir die Kraft, auch diese Notoperation zu verkraften.

Sein Zustand verschlechterte sich, und ich war ziemlich verzweifelt. Ich gab nicht auf, ich fing an für meinen Mann zu beten, ich bin kein gläubiger Mensch, aber irgendwie half mir das weiter.

Manchmal fuhr ich zweimal am Tag ins Krankenhaus hin, um meinen Mann aus dem tiefen Loch, wo er sich befand heraus zu holen. Nur langsam erholte sich mein Mann von seiner Krankheit, er hatte viel durchgemacht.

Nach einem Monat durfte er nach Hause. Die Kinder pflanzten seine Lieblingsblumen im Garten, um ihm eine Freude zu machen. Ich päppelte mein Mann auf, damit er wieder an Gewicht zunahm.

Bald merkte ich, dass er launischer und zänkischer wurde. Nichts konnte man ihm recht machen. Bis ich nicht mehr konnte. Da habe ich ihm harte Worte gesagt, es tat mir nachher sehr leid, schon wegen meiner Kinder musste ich so handeln. Ja und irgendwann merkte dass mein Mann sich wieder für seine Umwelt und für seine Familie interessierte. Man konnte wieder mit ihm vernünftige Gespräche führen.

 

Ein ganzes Jahr musste erst vergehen, bis mein Mann nochmals operiert werden konnte. Erst durch einen Freund der uns dieses Krankenhaus empfohlen hatte, konnte mein Mann am 2.06.04 operiert werden. 9 Stunden dauerte die Operation. 9 Stunden bangen und warten. Endlich kam der ersehnte Anruf, mein Mann hatte die Operation gut überstanden.

Nur durch die Fürsorge der Ärzte und die liebevolle Pflege der Schwestern, erholte mein Mann sich sehr schnell von der schweren Operation.

 

Noch können wir nicht aufatmen. In November wird mein Mann nochmals operiert. 2 Operationen muss er über sich ergehen lassen.

Je näher der Termin rückt, um so mehr kommen meine Ängste wieder. Ich blicke zurück, ich sehe mein Mann, wie er von Tag zu Tag schwächer wird, ich sehe mich, wie ich hilflos daneben stehe und nur seine Hand halten kann.

Ich sehe meine Kinder, stolz erfüllt mich, stolz auf so prächtige Jungs. Die nicht nur mir sondern auch mein Mann immer wieder neue Kraft gaben, uns zeigten nie die Hoffnung verlieren, immer wieder zu kämpfen. So lange man zueinander steht kann man das größte Leid leichter ertragen. In diesen Moment wo ich zurückblicke, stelle ich mir nur eine Frage, Wieso, Weshalb Warum? Warum musste mein Mann solch ein Leidensweg gehen? Ich bekomme keine Antwort.

 

Und wieder hat das Schicksal hart zugeschlagen. Und wieder hatte ich große Angst um meinen Mann. Stehe ohnmächtig daneben und kann nicht helfen. Meine Kinder halten auch diesmal meine Hand geben mir so wieder Kraft dieses ganze Elend zu überstehen. Mein Mann wie auch ich haben nur einen einzigen Wunsch, dass wir unser Lebensabend noch zusammen genießen dürfen.

Ich hoffe, und ich bete, ich hoffe, dass uns das Schicksal diesmal gnädig ist. Ich bete, ja ich bete für mein Mann, dass er auch diesmal alles gut übersteht, und das unser Wunsch in Erfüllung geht.

 

Es war immer ein hoch und ein tief, wie viele OP`s mein Mann in dieser Zeit hatte, weiß ich nicht mehr, über 10 bestimmt. Ihm ging es immer schlechter und immer die Hoffnungslosigkeit nicht helfen zu können, ich merkte, dass ich an Kraft verlor, inzwischen,waren meine Kinder erwachsen geworden, sie waren da für meinen Mann und für mich. Die lezte OP war im Jahr 2020 und ich hoffe und bete, dass es die letzte war. Es ist genug, er hat lange genug gelitten, so ein Leidensweg wünsche ich keinen.

 

 

Nein zurückschauen, dass wollen wir nicht, nur noch vorwärts schauen, und endlich ein Schlussstrich ziehen und unser Lebensabend endlich genießen.

 

 

 

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